Meine Einladung ans Uniklinikum Erlangen
Als ich im Herbst 2022 am Auswahlworkshop zur TaKeTiNa-Ausbildung teilgenommen habe, war ich relativ schnell entschlossen, diese fachtherapeutische Weiterbildung zu beginnen.
Dabei wusste ich, dass alle Module in Nürnberg stattfinden, wo ich vor zwanzig Jahren Musik studiert habe, aber die Weiterbildung über das Uniklinikum Erlangen angeboten wird.
Einer meiner Ausbilder, Dr. med. Ali Behzad, ist dort Facharzt und seit etlichen Jahren erfahrener TaKeTiNa-Teacher.
Im Februar 2024 – also noch mitten in meiner Ausbildung – erhielt ich eine Nachricht von ihm, dass eine Taketina-Leiterin für eine bestehende Gruppe am Uniklinikum Erlangen ausfällt und er sich nun einen Ersatz wünschte.
Und das war ich. Die Anfrage hat mich wirklich sehr gefreut und ich musste nicht lange überlegen, diese Möglichkeit wahrzunehmen.
Die Möglichkeit Taketina in einem klinischen Umfeld zu erleben und so Teilnehmern weiterzuhelfen, war ein sehr erfüllender Gedanke.
Ich hatte bereits einige Erfahrung mit Teilnehmern und schaute selbstbewusst auf diese Aufgabe.
Allerdings konnte ich es doch nicht ganz glauben, weil es in Süddeutschland ja viele fertige Taketina-Teacher und Therapeuten gibt.
Und ich bin noch mitten in meiner Ausbildung. Ich wusste natürlich, dass ich auf einem sehr guten Weg bin, aber diese Anfrage hat mich doch überrascht.
Ich sagte festentschlossen zu.
Zur Vorbereitung bin ich mein ganzes Repertoire an Rhythmusreisen durchgegangen, so dass ich gut vorbereitet auf die dortigen Teilnehmer war.
Besondere Herausforderung war, dass nun meine Rahmentrommel, die für mich als Therapeut auf einem Stativ steht in einen Surdo gewechselt wurde.
Den ich zuvor noch nie gespielt habe. Dieses Instrument hängt an Bändern auf meinen Schultern, so dass ich mich zur großen Gruppe flexibel drehen und wenden kann. Ansonsten ist die Spielweise gleich.
Wer Taketina kennt, in der Schrittfolge noch zusätzlich gehen und drehen: Next level.
Übrigens habe ich im Anschluss erfahren, dass ich der Wunsch-Ersatzkandidat war, aber trotzdem noch andere gefragt wurden. Gut, dass ich es gemacht habe.
Dr. Ali Behzad hat die Gruppe als Hauptleiter am Berimbao angeleitet und ich war am Surdo.
Es war faszinierend, wie einfühlsam und mit viel Zeit er die Gruppe angeleitet hat. Sein Berimbaospiel war einzigartig liebevoll zärtlich.
Am Ende war die Gruppe so stabil und in sich ruhend. Ich bin immer noch begeistert, wie diese Gruppe aus Teilnehmern, die teilweise psychisch erkrankt sind und ohne jegliche musikalische Vorerfahrung waren, so geerdet im Rhythmus sein konnten.
Es war eine sehr bereichernde und berührende Erfahrung für mich.
Ich bin begeistert, was dort am Uniklinikum Erlangen mit Dr.med. Ali Bezahd für die Menschen in Erkrankung geleistet wird.
Wenn Du mehr über die dortige Arbeit und die aktuelle Studie zu Depression und Taketina erfahren willst, schau gerne auf der Website „taketina.com“ vorbei.
In der Studie waren auch meine Lehrer Reinhard Flatischler und Frank Rihm beteiligt, um möglichst viele Erkenntnisse für die erkrankten Menschen zu erhalten.
Liebe Grüße
Sven
24. März 2024
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